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In den vergangenen Jahren, fast seit der Gründung der
Hauptschule, haben Schüler unserer Schule
Soldatengräber gepflegt. Sogar in
Holland waren Schüler unserer Schule.
Auch zur Zeit gibt es eine Gruppe Schüler,
die freiwillig diese Tätigkeit auf dem Friedhof im
Rahmen des Wahlpflichtunterrichts gewählt haben. Einmal
in der Woche treffen sich, seit Schuljahresbeginn, 17
Schülerinnen und Schüler um sich unter
dem Motto„Leben und Sterben in Lindlar“ gemeinsam
mit dem Thema auseinander zusetzen. Wir
haben uns mit den alten und neuen Grabstätten auf dem
Friedhof befasst, Inschriften gelesen und Symbole nach der Broschüre von
Ursula Homberg gesucht und gedeutet.
Besonders haben wir uns
mit den Kriegsgräbern in Lindlar und der Arbeit des Volksbundes deutscher
Kriegsgräberfürsorge (VDK) befasst. Im
Internet haben wir bei „Gräbersuche Online“ das Schicksal von gefallenen
Verwandten verfolgt. In Lindlar haben wir die Kriegsgräber mit
Wurzelbürsten und Zahnbürsten
geschrubbt. (WPU-Gruppe 8) |
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VON
SABINE LUDWIG
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| LINDLAR.
Es gibt angesagte Arbeitsgemeinschaften wie Kosmetik, Technik oder
Volleyball. Die 17 Achtklässler der Hauptschule haben sich jedoch
ganz bewusst woanders angemeldet - und zwar beim Kurs „Leben und
Sterben in Lindlar“. Hier beschäftigen sich die Schüler mit
alten und neuen Grabstätten auf dem heimischen Friedhof, lesen
Inschriften, deuten Symbole und pflegen die Kriegsgräber in
Lindlar. Und auch die Feier zum Volkstrauertag in Lindlar haben
sie mitgestaltet. „Das ist total interessant“, schwärmt
Lucia. Und auch Marc könnte sich kein anderes Wahlpflichtfach
vorstellen, gibt es im Unterricht „doch immer etwas Neues“. So
waren die Schüler vor kurzem auf dem Friedhof Melaten in Köln,
um sich dort die alten Gräber anzusehen - und sie waren entsetzt
über den Zustand der Kriegsgräber. „Dort kümmert sich
anscheinend niemand darum.“ In Lindlar rücken die Schüler den
Gräbern mit Zahn- und Wurzelbürste zu Leibe und haben einen
Riesenspaß dabei. Aktuell haben sie vor, die Grabschriften,
mittlerweile verblasst, zu erneuern. |
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Das
Wahlpflichtfach geht auf die Initiative einer Frielingsdorfer Schülerin
zurück, die 1993 Fotos mit in den Unterricht brachte, die ihr Großvater
in den Kriegsjahren in Kastela und Split aufgenommen hatte. Dieser
kam dann später auch in die Schule und berichtete von seinen
Erlebnissen - gespannt folgten die Schüler damals den Erzählungen
des Zeitzeugen, berichtet Hauptschulrektor Robert Wagner. Und sie
waren entsetzt, als ihnen klar wurde, wie jung die Männer waren,
deren Leben dort so früh zu Ende ging. Für die jetzigen Achtklässler
ist der Umgang mit dem Tod und der Besuch eines Friedhofs ganz natürlich.
„Das macht uns nichts aus, da haben wir keine Scheu“, meinten
sie einhellig. Und Lehrerin Viola Rossol-Pfau lobt ihre Gruppe:
„Die Schüler sind sehr engagiert.“ So waren auch alle mit
dabei, als es darum ging, für den Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge
(VdK) eine Spendensammlung durchzuführen. Der Erlös wurde der
Gemeinde zur Pflege der Kriegsgräber überreicht.
Als
neuestes Projekt forschen sie zudem unter der Internetadresse des
„VdK Gräbersuche online“ nach Lindlarer Kriegsopfern, die
nicht in der Heimat begraben wurden - und stießen dabei zu ihrer
Überraschung auf 62 Gefallene oder Vermisste, darunter übrigens
auch eine Frau, deren sterbliche Überreste noch in Russland oder
der Ukraine begraben sind. „Wir werden versuchen, etwas über
die Personen herauszukriegen“, sagt Rossol-Pfau. „Und wir
werden nachforschen, ob es noch Verwandte gibt, die uns etwas erzählen
können. Unser Ziel ist es, Kreuzen ein Gesicht zu geben.“
– BLZ
19.1.2008 –
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